THE LOOM OF TIME – NihilReich

Bei „The loom of time“ handelt es sich um eine noch recht junge Band aus Wales. Das Labelinfo schreibt gleich am Anfang folgendes: „The Loom of Time is a novel blend of black metal, death metal and doom – music that constantly forges forward, but keeps its roots in the unassailable heritage of rock and heavy metal.“
Äh… ja…., also alles? Oder wie jetzt?
Egal, Labelinfos lese ich mir persönlich meistens eh nicht durch, sondern höre mir zuerst die Mucke an. Habe ich auch hier gemacht. Danach hatte ich dann das besagte Info gelesen und mir dann gedacht „Ach joa, dat stimmt ja wohl…“. Und genau hier liegt der Hund begraben!
Zu Gute halten muss man der Band, dass sie Wert darauf legt, alles in sich stimmig zu versuchen. Das Cover ist erstmal sehr solide und sieht gut aus. Das Bandlogo wurde professionell angefertigt und nicht selbst gekrakkelt-zeichnet. Die Produktion ist fett, klar und eigentlich kann man hier auch nicht so richtig meckern. Aber jetzt kommts. Es handelt sich hier um drei Jungs, die quasi alle Musikstile im Rock-Musik Bereich irgendwie verwursten. Black Metal Geschrei, klarer Gesang, Instrumentals, mal schnell, mal groovy. Und zu guter Letzt auch noch breakdown riffs! Man hört der Produktion an, dass sie niemals diese Songs zu dritt live auf der Bühne präsentieren können. Zuviel eingespielte Gitarren, verkniffeltes drumming, komplizierte Gesangslinien. Jajaja, mit der modernen Aufnahmetechnik heutzutage ist das alles möglich. Was ich auch nicht unbedingt schlecht finde. Allerdings haben sich the loom of time hier etwas verzettelt bzw. zu dick aufgetragen. Hier trifft das Sprichwort „manchmal ist weniger, mehr“ den Nagel auf den Kopf (Sprichwort, nach dem Sprichwort, wie geistreich ich doch bin, höhöhö…).
Man will viel bzw. alles, vergisst dabei jedoch, sich auf irgendeinen Stil einzuspielen.
Für Leute, die gerne den oben genannten Mix antesten und offen für neue Sachen sind okay. Für Puristen eher ein Kraus. Jedoch fehlt es den Jungs nicht an Ideenreichtum oder mangelndem Spielvermögen. Beim nächsten Mal würde ich mir wünschen, sich ein bischen auf eine Richtung zu konzentrieren, und dabei natürlich trotzdem modern zu klingen.
Spontan würden mir da jetzt Hull aus New York einfallen. Diese gibts nur leider auch schon nicht mehr….

Sadistic Dementor