Haar / Ur Draugr

Vor mir liegt die Split-Scheibe von Haar aus U.K. und Ur Draugr aus Australien. Veröffentlicht von ATMF Records. Erstere präsentieren eine rasiermesserscharfe Produktion, die vereinzelt an Mayhems wolf`s lair abyss erinnert und mit durchdachten und eingängigen Melodien zu gefallen weiss. Kalt und klirrend schneidet sich der Sound durch die Musik der Briten und zeigt eine ordentliche Portion Eigenständigkeit. Man schafft es, moderne und traditionelle Töne zu vereinen. Dabei tritt beim ersten Durchlauf nicht ein herausragender Song in den Vordergrund. Was aus meinen Augen nicht von Nachteil ist. Denn die Songs gehen gut ineinander über und passen stimmig zusammen. Einzig der Bandname dürfte im deutschen Sprachgebrauch zu dem einen oder anderen Kalauer führen… .
Ur Draugr sind hier schon mal deutlich schwierigere Kost. Zum einen, weil sie einen fast 20 minütigen Track beisteuern, der Death/Black Metal in technisch versierter Art und komplex dargeboten präsentiert. Hervorzuheben ist sofort der Drummer. Der dürfte, sofern er das technische Können auch live umsetzen kann, mit den Großen im Metal mithalten können. Besonders interessant wird es, wenn er während dem überlangen Stück die Übergänge von midtempo zu rasend und umgekehrt führt. Man braucht hier aber wahrscheinlich mehrere Durchgänge und nicht jeder wird damit warm werden. Aber was solls?! Mir gefällt es und ich werde mir die Split noch häufiger anhören. V.a. das Cover soll hier noch erwähnt werden. Es erinnert nämlich nicht wenig an z.B. die Gemälde von Dali. Befremdlich und trotzdem beeindruckend.

Sadistic Dementor