Pontiak – Dialectic of Ignorance

Wow!!!! Alter Schwede!!!! Das ist schon mal ein Meilenstein für mich 2017. Vorher nie gehört. Sagt noch ein Kumpel am Desertfest zu mir, dass er diese Band mal anhören will. Ich denke mir noch „Joa…, kloa. Warum eigentlich nicht? Guckste halt mal…“. Und dann so ein Brett an Musik?! Ich war nach dem Konzert so dermaßen geplättet, dass ich aufgrund dem Live-Übersong „ignorance makes me high“ (was für ein geiler Titel für einen Song auch noch???) sofort die Platte kaufen wollte. Die Jungs waren schon wieder auf Achse wegen dem nächsten Konzert und ich ging vor Ort leer aus. Egal, ich habe die LP noch vor Ort im Netz bestellt. Und die letzten Tage rotiert das Ding dauernd bei mir. Und sträflich musste ich feststellen, dass Pontiak schon 9 Alben zuvor veröffentlicht hat. Shiiiiiit…., da habe ich ja noch etwas vor. Die Band besteht aus drei Brüder. Die Musik hypnotisiert einen förmlich. Eine Mischung aus psychodelischem Country mit einer brodelnden Stoner Grundlage, was richtig geil in der Kombination ist. Brutal geil! Hört unbedingt bei youtube und co rein. Ist jetzt nicht das Übliche, was man auf dieser Seite vielleicht erwarten würde. Aber, gut ist, was gefällt! Und das gefällt dermaßen gut, dass es mich richtig weg kickt. Wie habe ich es nur wieder geschafft, diese Band zu verpassen? Tstststs…., Schande über mein Haupt. Pontiak, es tut mir leid, euch bis jetzt verpasst zu haben und gelobe Besserung und werde in Zukunft nichts mehr von euch verpassen. Hoffentlich sehe ich euch bald wieder live. Dann zwinge ich alle Bekannten von mir auf das Konzert!

Sadistic Dementor

Svartsyn – in death

„In death“ heißt die neue Platte von Mainman Ornias. Und der gute sollte wissen, wie Black Metal geht. Immerhin schon seit gut 20 Jahren holzt er sich durch die schwedischen Wälder. Zwar immer eher in der 2. Reihe des skandinavischen Black Metals, aber das muss ja nicht unbedingt schlecht sein. Sind frühere Veröffentlichungen so mancher Bands mittlerweile zum Fremdschämen ulkig, wissen die Veröffentlichungen Ornias doch durch eine gewisse Eigenständigkeit zu überzeugen.
Die neue Scheibe ändert daran nicht wirklich viel. Wieder über Agonia Records veröffentlicht, weiss der geneigte BM-Fan eigentlich auch, was er zu erwarten hat. Black Metal der nordischen Gangart in gewohnter hoher QUalität und ohne Firlefanz. Mal rasend, mal stampfend, macht Svartsyn keine Gefangenen und sorgt auch noch für die nötige grimmige Atmosphäre. Allerdings hätte Ornias lieber dieses dämliche Smartphone-Video von der Aufnahme von seiner Facebook Seite lassen sollen. Das ist schon selten beknackt…. . Wurst!
Zu guter Letzt noch schnell zum Cover und der Produktion. Das Cover wurde von Chadwick St John (Arckanum, Horna) gemacht. Und das sorgt auch für den optischen Wiedererkennungswert. Produktionstechnisch zeigt sich die Platte solide. Hier ist zum Glück nichts bis ins letzte Detail herausgeputzt und man hört noch die notwendige Portion Schmutz.

Sadistic Dementor

Desertfest Berlin 28.04.-30.04.2017

Soooo, liebe Leute! Letztes Wochenende habe ich mich mit ein paar Mitstreitern auf den Weg gemacht, um in der Landeshauptstadt ein bisschen Stoner, Doom, Psychodelic Musik zu begutachten. Was mal wieder tierisch auf den Sack ging, waren die Temperaturen. Dagegen kann man ja dummerweise nix machen. Und ich war mal wieder selbst Schuld, dass vermutlich mein cap das wärmste Kleidungsstück war. Dieses Jahr gab es auch drei venues anstatt einem. Dazu insgesamt vier Bühnen. So musste man sich zwar die ultrabeknackte Security Politik vom Vorjahr nicht gefallen lassen. Auf der anderen Seite hat man es dann auch nicht geschafft, unbedingt alle Bands zu sehen, weil es quasi immer Überschneidungen gab. Aber das hat man sich schon vor dem Konzert errechnen können. Rein optisch war das Badehaus mein Favorit. Der Laden war einfach sau gemütlich. Das beschissene Becherbier muss man dort auch nicht ertragen. Die Getränke werden in Flaschen serviert. Die Größe der Location war auch optimal nach meinem Geschmack. Genauso groß, dass die richtige Clubatmosphäre entsteht. Der Sound war eher mäßig. Ob das jetzt an meiner Position im Raum lag, oder der Mischer nicht so ganz glücklich arbeiten konnte, kann ich da nicht sagen. Insgesamt war cool. Das Cassiopeia, die weitere Neuerung, hat einen richtig coolen Biergarten samt Kletterhalle und riesiger Skateboard Half-Pipe gehabt. Also für die theoretische Abwechslung zum Musik und Trink-, sowie Rauchsport wäre dagewesen. Insgesamt auch eine angenehme Kellerbühne. Gut in Erinnerung wird mir die DJ Nacht mit Nicke Andersson hier bleiben. Hier leider meine Kritik. Musik im Einzelnen zwar gut. Die Leistung des „DJs“ hab ich jedoch nicht so richtig mitbekommen. Da hätte ich auch einfach einen Song nach dem anderen abspielen können. Egal, spassig war es trotzdem. Und noch ein Negativelement war wohl für viele Leute nervig. Bei diversen Bands wurde man nicht mehr in den Saal wegen der Überfüllung hineingelassen. Ganz ehrlich Leute, dass ging mir auch auf den Sack! Wenn ich schon bezahlt habe, dann habe ich auch den Anspruch die gewünschten Bands zu sehen. Das bedeutet nämlich, dass man sich schon lange vorher zu dem Konzert der gewünschten Band hinbegeben muss und somit schon wieder andere Bands verpasst. Naja, so is Lebe`. Egal, Spass gemacht hat es nämlich trotzdem. Kurzerhand ein paar ganz persönliche Bewertungen. Wolves in the throneroom: Ich check es nicht Leute. Okay, die Bühnendeco hat sehr gut ausgesehen und die Lichtshow war auch recht ordentlich. Aber die Musik? Also Black Metal habe ich bereits gefühlte 100 Mal besser live gesehen. Völlig lieblos sind die Bandmitglieder auf der Bühne gestanden. Und um ehrlich zu sein, mit Black Metal, so wie ich ihn verstehe, hat die Sache auch nichts zu tun gehabt. Also für mich sind Wolves in the throneroom eine der überbewertesten Bands aktuell. Anders Sleep. Die haben bewiesen, warum sie aktuell als einer der überhaupt besten und wahrscheinlich mit fast schon höchsten Kultfaktor bestehenden Stoner/Doom Bands sind. Einfach nur geil, was die live so runtergezimmert haben. Die Menge hatte da auch nur noch andächtig lauschen und klotzen können. Ausserdem möchte ich hier unbedingt noch Pontiak erwähnen, welche mich quasi weg geblasen haben. Ultra geilen hypnotisierenden, pumpenden, Stoner von drei Brüdern aus den Sümpfen Amerikas.
Insgesamt ein sehr angenehmes Indoor-Festival mit sehr guten Bands. Und das eigentlich querbett über das ganze Wochenende. Daumen hoch und wenn es sich einrichten lässt, nächstes Jahr gerne wieder!

Sadistic Dementor